Komponist. Dirigent.

Martín Rincón Botero wurde 1987 in Cali, Kolumbien geboren. Bis zu seinem Eintritt in die Universität beschäftigte er sich beinahe ausschließlich mit populärer Musik. Er spielte Gitarre, Drum Set und Keyboard, und war der Sänger und Songwriter diverser Bands der Stadt. Sein besonderes Interesse galt der brasilianischen Musik.

2006 begann er sein Studium der Komposition an der Universidad Javeriana in Bogotá, Kolumbien. Dort hörte er zum ersten Mal die „Neue Musik“, die damals in Cali nur schwer zu finden war. Das entscheidende Werk, das ihn anspornte, „ernste“ Musik zu schreiben, war „Music for 18 musicians“ von Steve Reich. Einen sehr starken Eindruck hat auf ihn die Musik von Anders Eliasson gemacht. Er studierte Komposition unter Anderen bei Diego Vega, Juan Antonio Cuéllar und Carlos Julio Ramírez Toro. Außerdem erhielt er im Rahmen eines von der Fundación Batuta geförderten Projektes privaten Unterricht bei Don Freund.

Nach Deutschland ist er 2013 zum Kompositionstudium bei Prof. Dieter Mack an der Musikhochschule Lübeck gekommen, das er 2016 mit dem Master abschloss. Masterclasses bei Samuel Adler, Sandeep Bhagwati, Rodney Sharman und Reiko Fueting. Dirigentische Ausbildung hat er bei Frank Hube erhalten. Er arbeitet seit Oktober 2013 als Dirigent in Hamburg und Lübeck, wo er wohnt.

2015 hat er den Théodore-Gouvy Preis gewonnen und damit eine Auftragskomposition („Dreu“) für die Deutsche Radio Philharmonie in Saarbrücken.


Für das Sommersemester 2017 (April-Juli) arbeitete er als Dozent an der Musikhochschule Lübeck, wo er Werkanalyse (Einführung in die Pitch-Class-Set-Theorie) lehrte. Gegenwärtig verfolgt er fortgeschrittene Studien in Leitung Neuer Musik bei Arturo Tamayo an der Musikhochschule (Conservatorio della Svizzera Italiana) in Lugano, Schweiz.